...Vorführer als Verführer...
Ich strich mir über den Schnurrbart und blickte wehmütig auf meine beiden treuen Gefährten, die Steyr 80 & 84, die ein jahrzehntlang klaglos jeden Dienst auf meinem Hof versehen hatten. Aber künftig geht die Sicherheit vor und für den 80er brauche ich aufgrund des Unfalls so oder so Ersatz.
Für die anstehende Saison habe ich mir vier ganz unterschiedliche Kaliber auf den Hof geholt, um sie im harten Praxistest auf Herz und Nieren zu prüfen.
Der grüne Riese beim Gülleausbringen
Mein Test begann im feuchten Frühjahr mit dem John Deere 3640. Die markante Kabine versprach einen Komfort, von dem ich auf meinen alten Steyr-Modellen nicht einmal zu träumen gewagt hatte.
Ich schwang mich auf den Fahrersitz, startete den Sechszylinder-Turbomotor und genoss das satte Summen der Maschine. Auf dem schweren, aufgeweichten boden zeigte der „Hirsch“ schnell, was in ihm steckte. Dank des Allradantriebs und der exzellenten Gewichtsverteilung zog ich das schwere Fass ohne merklichen Schlupf über das Feld.
Das Gülleausbringen, sonst eine zähe und schmutzige Angelegenheit, wurde in der leisen, gut gefilterten Kabine für mich fast schon zum Vergnügen. Ich war schwer beeindruckt von der Wendigkeit trotz der stattlichen Größe.
Pure Zugkraft beim Grubbern
Kaum war die Gülle ausgebracht, wartete die nächste Herausforderung auf mich: das Grubbern auf dem schweren Lehmboden. Hierfür schickte ich den IH 1056XL ins Rennen. Das kantige, rot-weiße Kraftpaket verströmte schon im Stand pure, unverwüstliche Mechanik.
Der Motor brüllte kernig auf, die XL-Kabine bot mir eine hervorragende Sicht auf das Heckhubwerk, und ich zog wie auf Schienen durch die harte Erde. Selbst an den steilsten Hangstücken ging der Maschine nicht die Puste aus. „Das ist Technik“, murmelte ich anerkennend vor mich hin, während ich die perfekte Ergonomie der Bedienelemente lobte.
Präzision und Komfort beim Ansäen
Nach der groben Bodenbearbeitung stand für mich die Feinarbeit an. Für das Ansäen der Sommergerste spannte ich den Fendt 611 LSA vor meine Sämaschinen-Kombination. Fendt galt auf den Nachbarhöfen als das Maß der Dinge in Sachen Technik, und ich war gespannt, ob der Ruf der Wahrheit entspricht.
Schon beim Anfahren spürte ich den Unterschied: Dank der Turbomatik-Kupplung zog ich seidenweich und absolut ruckfrei an. Das Zusammenspiel aus Kreiselegge und Sämaschine forderte sowohl die Zapfwelle als auch die Hydraulik, doch der 611 LSA regelte alles mit einer stoischen Gelassenheit. Die elektronische Hubwerksregelung hielt meine Sätiefe millimetergenau ein. In der flüsterleisen Komfortkabine vergaß ich fast die Zeit. Das Arbeitsergebnis auf dem Feld war schlichtweg makellos – ein Meisterwerk der Präzision.
Die Stunde der Wahrheit im Grünroggen
Zum großen Finale im späten Frühjahr durfte eine Marke nicht fehlen, die mein Herz von jeher höher schlagen ließ: Steyr. Seine Aufgabe: das Mähen des dichten, schweren Grünroggens im harten Ersteinsatz.
Schon beim Verlassen des Hofes spürte ich die vertraute DNA, doch in einer völlig neuen Dimension. Der Turbo leistete Schwerstarbeit, als ich mich in den mannshohen Grünroggen fraß. Das unverkennbare Pfeifen des Turbos begleitete mich, während das Mähwerk den dichten Bestand sauber und rasant niedermähte. Das Lastschaltgetriebe erlaubte es mir, die Geschwindigkeit perfekt an die wechselnde Dichte des Bestands anzupassen, ohne den Kraftfluss zu unterbrechen. Ich flog mit dem Steyr förmlich über den Grünroggen.
Einige Wochen später saß ich vor meinem Haus auf der Bank und begutachtete meinen -neuen- Schlepper und bin mir sicher, ER ist die richtige Wahl für die Zukunft!