Mit beiden Händen drücke ich die schweren Holztore meiner Maschinenhalle auf. Das vertraute Quietschen hallt über den Hof, und die warme Abendsonne schneidet durch das dämmrige Innere.
Da stehen sie nun, Seite an Seite im tanzenden Staub: mein treuer 1056XL, dessen Kauf vor ein paar Jahren ich bis heute nicht bereue, es war ein reiner Vernunft und den finanziellen Umständen geschuldeter Kauf, er bot einfach das beste Preis-/Leistungsverhältnis aber er überraschte mich jeden Tag aufs neue, natürlich im positiven Sinne und das neue Kraftpaket für den Hof, der IHC 1455XL.
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Meine neuen Geräte forderten einfach zu viel Tribut. Mein 1056XL kämpfte tapfer, aber ich spürte an jedem Hang, dass er an seine Grenzen stieß. Der stetig steigende Leistungsbedarf ließ mir keine Wahl:
Ich brauchte mehr Hubraum, mehr Gewicht, mehr rohe Kraft.
Ich werde den Tag nicht vergessen, als ich den 1455XL das erste Mal fuhr, dass tiefe, dumpfe Grollen des Sechszylinder-Turbomotors ging mir durch Mark und Bein, gefolgt von diesem unverkennbaren, feinen Pfeifen des Turboladers.
Mit seinen 145 PS und der bulligen Allradachse ist dieser Schlepper eine ganz andere Liga. Er ist die perfekte Antwort auf meine neuen schweren Geräte.
Ich trete einen Schritt zurück und betrachte meine beiden roten Riesen. Der 1056XL wird ab jetzt die Hofarbeiten und das Grünland übernehmen, während der 1455XL fürs Grobe zuständig ist.
Ihr habt euch sicherlich gefragt, was mit den Milchkühen nach dem Brand geschehen ist.
Hier kann ich wohl vom Glück im Unglück sprechen.
Nur zwei Tage vor der Katastrophe hatten die Handwerker und Bauarbeiter ihre Arbeiten am neuen Milchviehstall und am Bullenstall komplett abgeschlossen. Es war ein langes, teures Projekt gewesen, dass mir schlaflose Nächte bereitet hatte.
Doch in der Nacht des Feuers wurde dieser Neubau zum Lebensretter.
Am Vorabend des Brandes hatte ich die Herde – fast wie durch eine Vorahnung – zum ersten Mal in den neuen, modernen Stall umgestallt. Als die Funken des alten Gebäudes im Wind flogen und die Flammen in den Himmel schossen, standen die Kühe und Bullen bereits sicher in den Neubauten.
Die gute und so auch geplante natürlich Belüftung verhinderte sogar, dass der gefährliche Qualm zu den Tieren drang.
Als damals der Morgen graute und die Feuerwehr die letzten Glutnester löschte, ging ich mit zittrigen Knien hinüber zum neuen Stall. Ich öffnete die Schiebetür. Drinnen lag das Vieh ruhig im frischen Stroh, kaute gemütlich wieder und blickte mich aus großen, dunklen Augen an.
Kein einziges Tier war verletzt worden.
Der alte Stall lag damals in Schutt und Asche. Aber das Herzstück meines Hofes – die Tiere – waren unversehrt. Während ich der Leitkuh „Bella“ sanft über die Stirn strich, wusste ich: das Wichtigste war gerettet.
die alte Weide für das Jungvieh, auf dieser Fläche sind die neuen Ställe entstanden
Der Brand riss eine klaffende Wunde in das Herz meines Hofes.
Wo ich seit Jahren geschuftet haben, wo das rhythmische Kauen der Kühe und der vertraute Geruch von trockenem Heu das Leben bestimmten, liegt plötzlich nur noch Asche. Die jahrhunderte alte Fachwerkscheune und der angrenzende Kuhstall wurden innerhalb von Stunden von den gierigen Flammen komplett verschlungen.
Zurück blieb ein trostloser, leerer Fleck aus verbrannter Erde, Schutt und bitteren Erinnerungen.
Ein ganzes Jahr lang blicke ich jeden Morgen auf diese kahle, schlammige Freifläche und den paar wenigen Überresten.
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Doch Aufgeben ist für mich als sturer Fleckvieh-Bauer nie eine Option.
Ein Jahr nach der Katastrophe ist die Zeit der Trauer vorbei; es ist Zeit für den Neuanfang.
Mit dem Mut der Verzweiflung und der Unterstützung der gesamten Dorfgemeinschaft packe ich an. Wo einst das morsche, feueranfällige Fachwerk stand, wächst in wochenlanger Arbeit ein modernes, funktionales Wirtschaftsgebäude heran.
Die neue, weitläufige Halle mit ihrem robusten grünen Blechdach und den massiven Backsteinmauern bietet endlich wieder Platz für meine Maschinen.
Mein Herz hämmert wie ein wilder Vorschlaghammer gegen meine eigenen Rippen.
Der beißende Geschmack von kaltem Schweiß läuft mir in die Augen, während ich keuchend die staubige Dorfstraße hinabsprinte.
Jeder Schritt fühlt sich an, als würde ich durch tiefen Schlamm waten. Meine Lungen brennen schmerzhaft bei jedem Atemzug. Ich wage es nicht, mich auch nur für eine Sekunde umzudrehen.
Hinter mir steigt das nackte Entsetzen auf – eine Katastrophe, die meine gesamte Existenz mit einem Schlag vernichten kann.
Das gelbe Ortsschild von Helden fliegt an mir vorbei. Ich passiere die aufgestapelten Holzstämme am Wegrand, ohne sie eines Blickes zu würdigen.
Die herbstlichen, roten Blätter der Bäume wirken in meinen Augen plötzlich bedrohlich. Sie spiegeln das Grauen hinter mir wider. Meine Weste flatterte wild im Wind.
Entschuldigt aber ich hab echt keine Zeit, wir hören/lesen uns morgen wieder...verdammt, verdammt wo bleiben die?
ich stehe auf dem Hof und blicke auf den alten kleinen Schweinestall oder eher Unterstand. Der Geruch von Stroh und Schweinen ist endgültig verflogen.
Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, doch meine kleine Schweinezucht war einfach nicht mehr rentabel.
Wo früher unruhiges Grunzen die Luft erfüllte, herrscht nun eine produktive Stille. Ich habe den freien Platz umgenutzt und in die Zukunft investiert.
In moderne Technik.
Unter dem ersten, tiefen Vordach meines alten Wirtschaftsgebäudes glänzen die neuen Anschaffungen im fahlen Licht. Die Amazone Sähmaschine mit Kreiselegge und die Rau Einzelkorn.
Daneben, griffbereit für die schwere Bodenbearbeitung im Herbst, parkt mein neuer Tiefengrubber von Amazone. Seine scharfen, schweren Schare warten darauf, die Erde tiefgründig aufzulockern.
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Hinter der alten Scheune, geschützt durch ein rustikales Holzdach inmitten von blühenden Hecken und hohen Bäumen, habe ich den perfekten Unterstand für weitere Maschinen geschaffen.
Auf der linken Seite leuchtet der fabrikneue Strautmann „Streublitz“ Miststreuer im typischen Grün-Rot.
Gleich daneben steht das wuchtige, silberne Rekordia-Güllefass.
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Zwar laufen noch größere Summen für das Land, Maschinen und den Hof, aber dieser erste Meilenstein gibt mir die finanzielle Luft zum Atmen, die ich so dringend brauche.
Und Investitionen waren und sind bitter nötig. Direkt neben der alten Scheune ragt das neue, mächtige Getreidesilo empor.
Das alte Silo ist längst aus allen Nähten geplatzt, marode und schlicht zu klein für die gestiegenen Erntemengen der letzten Jahre.
Heute ist das neue Bauwerk offiziell einsatzbereit.
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Gleich davor steht mein ganzer Stolz: eine fabrikneue Krone BiG Pack Quaderballenpresse. Jahrelang mühte ich mich mit meiner alten Claas Rollant ab und presste treu Rundballen. Doch die runden Ballen lassen sich in der alten Scheune nicht effizient stapeln.
Mit den perfekt geformten Quaderballen der Krone-Presse wird das Einlagern ab morgen doppelt so schnell gehen (hoffe ich).
Es ist ein bitterkalter Novembermorgen auf meinem Hof. Die ersten dicken Schneeflocken tanzen vom grauen Himmel herab und legen sich wie ein Leichentuch über den schlammigen Boden.
Ich stehe mit tief ins Gesicht gezogener Mütze vor meinem alten, gemauerten Fahrsilo und fluche leise in meinen Bart.
Das alte Fahrsilo ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Die niedrigen Mauern bieten kaum Schutz vor der Witterung und durch den nassen, unbefestigten Boden dringt von unten unbemerkt Feuchtigkeit in meine eingelagerte Silage.
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Als ich die Plane ein Stück zurückschlage, um Futter für meine Kühe zu holen, schlägt mir der typisch stechende, faule Geruch von verdorbener Silage entgegen.
Im darauffolgenden Frühjahr treffe ich eine mutige Entscheidung.
Das alte Fahrsilo muss endlich weichen. Sobald der Frost aus dem Boden ist, packe ich an.
Übrig bleibt nur eine kahle, leere Fläche inmitten der braunen Frühlingserde. Ich blicke auf den freien Platz und spüre zum ersten Mal seit Jahren keine Frustration mehr.
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Das Silo ist ein wahres Meisterwerk der Technik.
Durch das luftdichte System und das robuste Material hat der gefürchtete Gammel absolut keine Chance mehr. Kein Regenwasser kann von oben eindringen, und kein schlammiges Grundwasser drückt von unten durch.
Die Silage ist perfekt geschützt und gärt unter optimalen Bedingungen.
Es ist ein warmer Juli morgen, als ich zum Unterstand ging .
Drinnen steht er, der ganze Stolz meines Hofes: mein fabrikneuer, leuchtend gelber New Holland TX32 Mähdrescher. Wochenlang habe ich auf diesen Tag gewartet.
Nun steht das Weizenfeld hinter dem Feldweg in perfektem, goldenem Saft.
Mit einem tiefen, kraftvollen Brummen erwacht der Motor zum Leben, als ich den Schlüssel umdrehe. Ich steuere die Maschine langsam aus dem Unterstand und biege auf den staubigen Weg ab.
Als ich das Schneidwerk vor dem dichten Korn absenke, klopft mein Herz merklich schneller. Ich lege den Hebel um, das Schneidwerk beginnt sich zu drehen, und die Halme fallen wie von Geisterhand geordnet in den Einzug.
Ein perfekter Staubschleier legt sich hinter meinem TX32 nieder, während das Getreide gleichmäßig gedroschen wird. Aus der Kabine habe ich einen fantastischen Blick auf das goldene Meer vor mir.
Meine neue Maschine läuft wie ein Uhrwerk, schneidet präzise an den Grünstreifen des Weges entlang und füllt den Korntank unaufhaltsam mit sauberen, schweren Körnern.
Als am späten Nachmittag die erste Ladung auf den Anhänger prasselt, weiß ich, dass sich jede Investition gelohnt hat. Es ist der Beginn einer neuen Ära auf meinem Hof.
Ich stand am Rand des neu erworbenen Grundstücks und strich mir den Staub von der Stirn.
Es war geschafft.
Mein neuer New Holland TX32 stand endlich sicher im Trockenen.
Eigentlich hätte der stolze Drescher direkt auf meinem Haupthof einziehen sollen. Doch als das gelbe Monstrum das erste Mal vor dem Tor stand, wurde mir schlagartig klar: Er ist viel zu groß. Für diese moderne, mächtige Maschine waren meine alten Hofgebäude einfach nicht ausgelegt. Kurzerhand musste ich reagieren. Ich kaufte der Gemeinde ein kleines Stück Land direkt am Hofrand ab.
Großes Budget für eine schicke Halle hatte ich nach den Investitionen der letzetn Zeit nicht mehr. Also hieß es: Improvisieren. Mein Drescher soll schließlich die nächsten 25 Jahre treu seinen Dienst tun und darf nicht im Regen verrotten.
In den letzten Wochen habe ich jede freie Minute geschuftet. Aus alten Holzbalken, Wellblechresten und grauen Betonsteinen, die noch irgendwo auf dem Hof als Baumaterial herumlagen, habe ich in Windeseile drei einfache Unterstände hochgezogen.
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Jetzt, wo ich das Ergebnis betrachte, bin ich richtig stolz. Ganz links hat der mächtige NH TX32 seinen festen Platz unter dem hohen Holzdach gefunden. In der Mitte schützt ein massiverer Steinunterstand meine Werkstatt und Werkzeuge sowie das Maisgebiss, und rechts unter dem Schleppdach wartet das Schneidwerk auf seinen Einsatz. Alles ist dicht, alles ist sicher.
Ein bitterer Beigeschmack bleibt allerdings, wenn ich meinen Blick ein Stück weiter schweifen lasse. Drüben an der alten Feldscheune steht er: mein alter Massey Ferguson 87. Ausgerechnet mitten in der letzten, stressigen Erntephase hatte er komplett den Geist aufgegeben und mich im Stich gelassen.
Nun steht er dort wie ein stilles Denkmal der vergangenen Jahre – staubig, ausgemustert und reparaturbedürftig.
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Doch die Wehmut verfliegt schnell. Als ich den Blick wieder auf meinen neuen New Holland im Unterstand richte, weiß ich, dass diese Notlösung der perfekte Neuanfang für meinen Hof ist.
Ich strich mir über den Schnurrbart und blickte wehmütig auf meine beiden treuen Gefährten, die Steyr 80 & 84, die ein jahrzehntlang klaglos jeden Dienst auf meinem Hof versehen hatten. Aber künftig geht die Sicherheit vor und für den 80er brauche ich aufgrund des Unfalls so oder so Ersatz.
Für die anstehende Saison habe ich mir vier ganz unterschiedliche Kaliber auf den Hof geholt, um sie im harten Praxistest auf Herz und Nieren zu prüfen.
Der grüne Riese beim Gülleausbringen
Mein Test begann im feuchten Frühjahr mit dem John Deere 3640. Die markante Kabine versprach einen Komfort, von dem ich auf meinen alten Steyr-Modellen nicht einmal zu träumen gewagt hatte.
Ich schwang mich auf den Fahrersitz, startete den Sechszylinder-Turbomotor und genoss das satte Summen der Maschine. Auf dem schweren, aufgeweichten boden zeigte der „Hirsch“ schnell, was in ihm steckte. Dank des Allradantriebs und der exzellenten Gewichtsverteilung zog ich das schwere Fass ohne merklichen Schlupf über das Feld.
Das Gülleausbringen, sonst eine zähe und schmutzige Angelegenheit, wurde in der leisen, gut gefilterten Kabine für mich fast schon zum Vergnügen. Ich war schwer beeindruckt von der Wendigkeit trotz der stattlichen Größe.
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Pure Zugkraft beim Grubbern
Kaum war die Gülle ausgebracht, wartete die nächste Herausforderung auf mich: das Grubbern auf dem schweren Lehmboden. Hierfür schickte ich den IH 1056XL ins Rennen. Das kantige, rot-weiße Kraftpaket verströmte schon im Stand pure, unverwüstliche Mechanik.
Der Motor brüllte kernig auf, die XL-Kabine bot mir eine hervorragende Sicht auf das Heckhubwerk, und ich zog wie auf Schienen durch die harte Erde. Selbst an den steilsten Hangstücken ging der Maschine nicht die Puste aus. „Das ist Technik“, murmelte ich anerkennend vor mich hin, während ich die perfekte Ergonomie der Bedienelemente lobte.
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Präzision und Komfort beim Ansäen
Nach der groben Bodenbearbeitung stand für mich die Feinarbeit an. Für das Ansäen der Sommergerste spannte ich den Fendt 611 LSA vor meine Sämaschinen-Kombination. Fendt galt auf den Nachbarhöfen als das Maß der Dinge in Sachen Technik, und ich war gespannt, ob der Ruf der Wahrheit entspricht.
Schon beim Anfahren spürte ich den Unterschied: Dank der Turbomatik-Kupplung zog ich seidenweich und absolut ruckfrei an. Das Zusammenspiel aus Kreiselegge und Sämaschine forderte sowohl die Zapfwelle als auch die Hydraulik, doch der 611 LSA regelte alles mit einer stoischen Gelassenheit. Die elektronische Hubwerksregelung hielt meine Sätiefe millimetergenau ein. In der flüsterleisen Komfortkabine vergaß ich fast die Zeit. Das Arbeitsergebnis auf dem Feld war schlichtweg makellos – ein Meisterwerk der Präzision.
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Die Stunde der Wahrheit im Grünroggen
Zum großen Finale im späten Frühjahr durfte eine Marke nicht fehlen, die mein Herz von jeher höher schlagen ließ: Steyr. Seine Aufgabe: das Mähen des dichten, schweren Grünroggens im harten Ersteinsatz.
Schon beim Verlassen des Hofes spürte ich die vertraute DNA, doch in einer völlig neuen Dimension. Der Turbo leistete Schwerstarbeit, als ich mich in den mannshohen Grünroggen fraß. Das unverkennbare Pfeifen des Turbos begleitete mich, während das Mähwerk den dichten Bestand sauber und rasant niedermähte. Das Lastschaltgetriebe erlaubte es mir, die Geschwindigkeit perfekt an die wechselnde Dichte des Bestands anzupassen, ohne den Kraftfluss zu unterbrechen. Ich flog mit dem Steyr förmlich über den Grünroggen.
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Einige Wochen später saß ich vor meinem Haus auf der Bank und begutachtete meinen -neuen- Schlepper und bin mir sicher, ER ist die richtige Wahl für die Zukunft!
Es war ein goldener Spätherbstmorgen, als ich auf meinem Hof stand und den Blick über das Land schweifen ließ, das meine Familie seit Jahren ernährte.
Die Arbeit auf meinen Flurstücken ist hart, aber das ausgeklügelte System aus Eigenbesitz und Pachtflächen funktioniert prächtig.
Mein ganzer Stolz ist mein Eigenbesitz.
Das Herzstück der Futtergewinnung bildet die Distelwiese. Zusammen mit der kleinen Trift liefert sie mir Jahr für Jahr erstklassiges Heu und Silage.
Direkt daneben liegt die kleine Trift, die ich für meine Masttierhaltung nutze; hier wachsen die Tiere gesund und kräftig unter freiem Himmel auf.
Das Prachtstück meines Besitzes ist jedoch das Sonneneck, eine vom Morgen bis zum Abend lichtverwöhnte, fruchtbare Ackerfläche.
Da mein Eigenbesitz allein nicht ausreicht, habe ich Pachtflächen hinzugenommen.
Der Mühlgrund, die alte Mauer, der Eberwinkel und die Bruchwiese ergänzen meinen Betrieb perfekt. Bis auf die Futter- und Weideflächen nutzte ich die restlichen rein als Ackerflächen für den Getreideanbau.
Das dichte Grau am Horizont kündigte das Unwetter an, noch bevor der erste Donner grollte. Ich saß gerade auf dem harten Metallschlitzsitz meines Steyr´s und war bei der Aussaat, als plötzlich der Hagel losbrach,
es gab es für mich kein Entkommen.
Tischtennisballgroße Eisbrocken prallten unbarmherzig auf meine Schultern und schlugen schmerzhaft auf meinen Armen ein. Mit zusammengekniffenen Augen und tief in den Nacken gezogenem Kopf steuerte ich den Traktor im Schneckentempo Richtung Hof.
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Nass bis auf die Knochen und übersät mit blauen Flecken stellte ich den Motor ab und begutachtete die Schäden durch den Hagel am Schlepper, überall waren Krater und der Lack war teils abgeplatzt.
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Beim Abtrocknen in der warmen Stube kreisten meine Gedanken nur um ein Thema: Ein neuer Schlepper musste her. Einer mit einer festen, wetterbeständigen Fahrerkabine. Doch mein Geiz und die Treue zum Steyr ließen mich zögern. Eine solche Investition war teuer, und der Traktor lief ja eigentlich noch perfekt.
Die endgültige und dramatische Entscheidung brachte jedoch der darauffolgende Samstag beim Grasmähen auf meiner Wiese. Ich war gerade am oberen Ende der Wiese am mähen, als ich ein hässliches, metallisches Knallen hörte.
Ohne Vorwarnung sackte der T80 vorne rechts schlagartig ab. Ein Achsbruch!
Das rechte Vorderrad brach komplett weg. Durch den plötzlichen Stabilitätsverlust und dem damit verbundenen einsinken des Mähbalkens in den Boden, der dadurch wie ein Anker wirkte, schlug der Schlepper mit einem ohrenbetäubenden Krachen zur Seite.
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Glücklicherweise reagierte ich geistesgegenwärtig und sprang im letzten Moment zur Seite ab. Ich landete hart im hohen Gras. Ich kam mit dem Schrecken und einer geprellten Schulter davon. Doch das Bild des zerstörten, kabinenlosen Traktors brannte sich tief in mein Gedächtnis ein.
Mir wurde schlagartig klar: Ohne Überrollbügel oder eine stabile Sicherheitskabine war die Arbeit künftig ein Risiko.
Noch am selben Abend setzte ich mich an den Küchentisch. Ich blätterte nicht mehr in Prospekten für Ersatzteile sondern suchte gezielt nach neuen Schleppern mit Überrollbügel oder Fahrerkabine.
Es war ein strahlender Frühlingsmorgen, als ich die schwere Holztür meines Stalls aufstieß. Die Luft roch nach frischem Tau und warmer Erde. Heute war der perfekte Tag für den ersten Heuschnitt.
In der Maschinenhalle wartete bereits mein treuer Gefährte: mein Steyr. Ich kontrollierte den seitlich montierten Mähbalken, strich über die scharfen Messersegmente und stieg auf den gefederten Fahrersitz. Mit einem tiefen, rhythmischen Knattern erwachte der Motor unter mir zum Leben.
Auf der großen Wiese hinter meinem Hof senkte ich den Mähbalken ab. Das gleichmäßige Klappern der Messer durchschnitt die morgendliche Stille. Das lange, saftige Gras fiel wie von Geisterhand gezeichnet in perfekten Reihen zu Boden. Reihe um Reihe verwandelte ich die grüne Wiese in ein ordentliches Muster, stets begleitet vom unverkennbaren Duft frisch geschnittenen Grases.
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Nachdem das Gras einige Stunden in der warmen Mittagssonne angetrocknet war, stand für mich der nächste Arbeitsschritt an. Ich spannte den Schwader an den Traktor. Mit wirbelnden Zinken fuhr ich erneut über das Feld. Die Halme flogen in hohem Bogen durch die Luft und landeten dann gleichmäßig in der Schwad.
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Am späten Nachmittag war es schließlich Zeit für das Einfahren. Ich holte meinen Bucher. Wieder ging es hinaus auf die Wiese. Die rotierende Pick-up des Ladewagens nahm das duftende Futter sauber vom Boden auf, während die Ladeautomatik es dicht im Wagenaufbau aufeinander schichtete.
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Als der Wagen bis oben hin prall gefüllt war, steuerte ich das Gespann zurück zum Hof. Mein Ziel war das Fahrsilo neben dem Stall. Langsam setzte ich rückwärts an, betätigte den Kratzboden des Ladewagens und das frische Futter wanderte gleichmäßig auf die Silofläche.
Die Sonne brannte erbarmungslos auf mein reifes, tiefgelbes Rapsfeld. Der Wetterbericht hatte für den Abend schwere Unwetter gemeldet.
Ausgerechnet jetzt streikte mein treuer, aber in die Jahre gekommener Mähdrescher Massey-Ferguson 87.
Mit schmierigen Händen, Schweiß auf der Stirn und dem letzten Rest Hoffnung zog ich die letzte Mutter am Getriebe fest. Ein Dreh am Zündschlüssel. Der alte Dieselmotor hustete, spuckte eine schwarze Rauchwolke aus und schnurrte dann kraftvoll los. „Gerade noch rechtzeitig!“, rief ich erleichtert gegen den Lärm an.
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Was dann folgte, hätte ich mir nicht erträumen können
Der MF 87 lief fehlerfrei. Das Schneidwerk fraß sich unaufhaltsam durch die dichten Rapsbestände.Die Körner waren prall und trocken. Jede Wende brachte mir rekordverdächtige Mengen ein.
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Schon am Nachmittag quoll mein Hauptsilo über.
Wohin mit dem restlichen, wertvollen Raps vor dem großen Regen? Ich musste sofort handeln. Ich stoppte den Drescher, rief Hubertus von nebenan herbei und bat Ihn mir schnell eine Mauer zu errichten, da er Maurer ist ging dies schnell, ich zimmerte derweil mit Restholz, Balken & Brettern zwei massive, provisorische Getreideboxen zusammen und dann ging es wieder zum Feld. Ich hoffte und betete das die Mauer, da der Mörtel noch nass war, den Druck der Ernte halten kann.
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Als mein Massey-Ferguson 87 die letzte Bahn zog und die Boxen bis zum Rand mit dem schwarzen Gold gefüllt waren, fielen die ersten dicken Regentropfen auf das Hallendach.
Ich blickte müde, aber glücklich auf mein Werk: Die größte Rapsernte aller Zeiten war sicher im Trockenen.
Ich blickte auf meine Hände, an denen die Arbeit der letzten Wochen deutliche Spuren hinterlassen hatte. Blasen und Schwielen zeugten von jedem einzelnen Pfosten, den ich eigenhändig in den harten Boden gerammt hatte. Doch als ich jetzt über das frische, saftige Grün der Koppel sah, war jeder Schmerz vergessen. Der Zaun spannte sich straff und die alte, morsche Hütte im Hintergrund war endlich wieder wetterfest, stabil und bietet somit auch im Winter einen trockenen Unterstand.
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Ein dumpfes Hufklappern auf dem trockenen Boden riss mich aus meinen Gedanken.
Da waren sie.
Zwei der Vier Limousin-Rinder, die Vorhut meiner neuen Zucht. Ihr rotbraunes Fell schimmerte in der tief stehenden Sonne während sie sich auf der neuen Weide orientierten.
Ich lehnte mich gegen den hölzernen Torflügel und atmete die frische Landluft tief ein. Das war der Moment, auf den ich Monate hingearbeitet hatte. Es lag noch viel Arbeit vor mir, aber dieser Anblick war der beste Lohn.
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Mit einem routinierten Griff öffnete ich die Luke. Die perfekt gemischte TMR – eine duftende Komposition aus Silage, meinem eigenen Getreide und Mineralstoffen – rutschte schwerfällig, aber präzise in die große Futterbox. „Besser als jede gekaufte Maschine“, murmelte ich schmunzelnd.
Dann begann die eigentliche Arbeit, die ich als mein tägliches Fitnessprogramm betrachtete. Mit der großen Schaufel bewaffnet, verteilte ich das Futter Portion für Portion auf dem Futtertisch. Meine Kühe reckten erwartungsvoll ihre Hälse; das vertraute Schaben der Schaufel auf dem Beton war für sie das Startsignal zum Festmahl.
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Doch mit dem Füttern war es noch nicht getan. Ich stieg auf meinen treuen Bucher. Der unverwüstliche Ladewagen sprang sofort an. Auf der Ladefläche türmte sich das lose Stroh. Langsam steuerte ich das Gefährt durch das Gatter.
Während der Bucher zuverlässig unter mir tuckerte, verteilte ich das goldgelbe Stroh mit geübten Schwüngen im Stall.
Es war kein gewöhnlicher Morgen auf meinem Hof, denn heute stand der schwere Gang zum Metzger an. Meine Bentheimer Schweine – die mit den markanten schwarzen Flecken auf dem hellen Borstenkleid – tummelten sich noch ein letztes Mal im Stroh.
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Ich schätze diese Rasse sehr. Sie sind robust, gemütlich und haben über die Monate ein erstklassiges Fleisch angesetzt. Ich klopfte der Leitsau wehmütig auf die Flanke, während ich den Viehanhänger mit frischem Stroh auslegte.
„Ihr hattet es gut hier“, murmelte ich mehr zu mir selbst als zu den Tieren.
Das Verladen verlief ruhig. Keine Hektik – das war mir wichtig, um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen.
Als ich mit dem alten Traktor und dem Anhänger langsam vom Hof rollte, blickte ich noch einmal in den Rückspiegel. Ich weiß, dass dieser Kreislauf Teil meines Handwerks ist,
doch der Respekt vor dem Lebewesen fährt bei mir in jeder Kurve mit!