Beiträge von BoMi_HolsteinerJung


    Administratoren  

    Alles gut, genau aus dem Grund hab ich den Disclaimer ja davor gepackt! Das ist kein Anwaltsgutachten, sondern schlicht das Ergebnis meiner Recherche für einen Überblick zusammengefasst betreffend der öffentlich einsehbaren AGB´s und Co. und/oder der mit der Giants Software GmbH geschlossenen Verträge, Vereinbarungen, etc. zu diesem Thema!

    Trotzdem ganz kurz zur Einordnung zum Thema Schweiz :

    Deutsches Recht greift trotzdem, auch wenn GIANTS in der Schweiz sitzt (und eine GmbH in Deutschland hat): Sobald eine Mod in Deutschland angeboten, genutzt oder im Stream gezeigt wird, gilt hier deutsches Recht (aus der Sicht sehe ich dies).

    AGB & Plattform-Regeln gelten überall, völlig egal, in welchem Land der Uploader sitzt – die Spiel-AGB von GIANTS und die Nutzungsbedingungen von Plattformen wie YouTube, Twitch oder Patreon greifen weltweit. Wer AGB-widrige Paywalls betreibt oder zeigt, riskiert dort schlicht den Ban.

    Mir geht’s absolut nicht darum, hier den Hilfsrichter zu spielen. Ich wollte lediglich zeigen, dass der Bereich „Bezahl-Mods“ kein rechtsfreier Raum ist und welche Hebel theoretisch existieren – allen voran, um die ehrlichen Modder zu schützen, die ihre Freizeit opfern und ihre Werke kostenlos teilen!

    Dass am Ende nur GIANTS und im Ernstfall die Gerichte entscheiden, steht sowieso außer Frage.

    Aber es erwähnen, darüber schreiben und theoretische Folgenaufzeigen sowie im Nachgang diskutieren und vor allem eingestehen das dass Thema viel komplexer ist als die meisten zu glauben scheinen, muss sein! - guten Abend!

    Rechtlicher Hinweis & Haftungsausschluss:

    Bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung, sondern um eine unverbindliche, allgemeine Übersicht der theoretischen juristischen und vertraglichen Handlungsspielräume auf Grundlage der AGB sowie der offiziellen Modding-Richtlinien von GIANTS Software zum Landwirtschafts-Simulator. Die dargestellten Folgen beschreiben potenzielle Szenarien („Kann-Bestimmungen“). Die tatsächliche rechtliche Beurteilung, Durchsetzung von Ansprüchen und Auslegung im Einzelfall obliegt im Streitfall ausschließlich den zuständigen Gerichten sowie den beteiligten Rechteinhabern.


    Da in den aktuellen Diskussionen immer wieder die Frage aufkommt, was Bezahl-Mods rein rechtlich und vertraglich eigentlich für Konsequenzen haben könnten, lohnt sich ein nüchterner Blick (mit Anwaltlicher Unterstützung Recherchiert - grundsätzliche Einschätzung, nicht Fallspezifisch aber auf Grundlage des FS/LS25 von Giants) auf das deutsche Urheber- und Vertragsrecht. Die Rechtslage unterscheidet hier sehr scharf zwischen demjenigen, der eine Mod kommerziell anbietet, und demjenigen, der sie nutzt.

    1. Für den Modder (Ersteller & Inverkehrbringer)

    Wer Mods hinter Paywalls (Patreon, VIP-Discord, eigene Shops, etc.) versteckt oder dafür Geld verlangt, geht massive rechtliche und finanzielle Risiken ein:

    • Verlust der Bearbeitungslizenz: GIANTS gewährt in den AGB das Recht zur Nutzung und Bearbeitung ihrer Spieldateien (.i3d, Engine) ausschließlich unter der Bedingung der Kostenfreiheit. Bei einer Paywall erlischt diese Erlaubnis automatisch. Die Modifikation wird von einer erlaubten Fan-Kreation zu einer rechtswidrigen Bearbeitung (§ 23, § 69c UrhG).
    • Schadensersatz & Gewinnherausgabe (§ 97 UrhG): GIANTS kann gerichtlich die Offenlegung aller Einnahmen (Patreon, PayPal) erzwingen. Der Modder muss den gesamten erzielten Gewinn an den Entwickler herausgeben oder eine rückwirkende Lizenzgebühr (Lizenzanalogie) zahlen – das geht schnell in die Tausende Euro.
    • Abmahnung & Vertragsstrafe: Neben den Kosten für eine Abmahnung droht die Verpflichtung zu einer strafbewehrten Unterlassungserklärung. Bei erneuter Verbreitung wird eine saftige Vertragsstrafe (in der Regel ab 5.100 € pro Verstoß) fällig.
    • Gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung (§ 108a UrhG): Da Paywall-Modelle auf dauerhafte Einnahmen ausgelegt sind, liegt juristisch eine gewerbsmäßige Verwertung vor. Hier drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren.
    • Account- & Partner-Ban: Sämtliche GIANTS-Accounts, der ModHub-Zugang sowie jeglicher Partner-Status werden fristlos entzogen.

    2. Für den normalen Gamer (Endverbraucher)

    Auch als Spieler bewegt man sich bei der Nutzung unlizenzierter Bezahl-Mods nicht im luftleeren Raum:

    • Kein Schutz der Privatkopie (§ 53 UrhG): Die gesetzliche Erlaubnis zur Privatkopie greift ausdrücklich nicht, wenn eine „offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage“ verwendet wird. Der Download unlizenzierter Paywall-Software ist somit technisch eine Urheberrechtsverletzung.
    • AGB-Verstoß & Multiplayer-Sperre: Der Einsatz nicht-autorisierter oder AGB-widriger Dateien verstößt gegen die Nutzungsbedingungen des Spiels. GIANTS kann betroffene Spieler von den offiziellen Multiplayer-Servern aussperren oder den gesamten Account blockieren.
    • Finanzieller Totalverlust & Nichtigkeit (§ 134 BGB): Ein „Kaufvertrag“ über unlizenzierte Modifikationen ist wegen Verstoßes gegen gesetzliche Verbote von Anfang an nichtig. Wird die Mod oder der Patreon-Account von GIANTS offline genommen, ist das gezahlte Geld weg. Es bestehen keinerlei Ansprüche auf Gewährleistung, Updates, Bugfixes oder Rückerstattung.

    3. Für Streamer & Content Creator (YouTube, Twitch & Co.)

    Wer Paywall-Mods oder AGB-widrige Inhalte in Videos und Live-Streams zeigt oder verlinkt, geht deutliche juristische und vertragliche Risiken ein:

    • Verlust der kommerziellen Streaming-Erlaubnis (§ 19a UrhG): Die Monetarisierung von Video-Content beruht auf der eingeräumten Video-Policy des Herstellers. Zeigt ein Creator eine unlizenzierte Modifikation, für die keine gültige Rechteeinräumung existiert, erlischt für diesen Inhalt die Streaming-Erlaubnis. Die Ausstrahlung stellt eine unzulässige öffentliche Zugänglichmachung dar.
    • DMCA-Takedowns & Einnahmen-Verlust (§ 97 UrhG): GIANTS kann betroffene Videos oder Streams über Plattform-Mechanismen (z. B. Copyright-Claims auf YouTube oder Twitch) sofort sperren lassen oder sämtliche daraus erzielten Werbeeinnahmen für sich beanspruchen.
    • Fristloser Entzug des Partner-Status: Das Zeigen oder Bewerben AGB-widriger Mods stellt eine direkte Vertragsverletzung dar. GIANTS kann den Partner-Status unverzüglich entziehen – inklusive des Verlusts von Vorab-Keys, Event-Einladungen, Affiliate-Vorteilen und dem offiziellen Creator-Banner.
    • Verstoß gegen Plattform-Richtlinien: Die Nutzungsbedingungen von Twitch und YouTube verbieten das Bewerben von Inhalten, die gegen die Rechte Dritter oder Entwickler-AGB verstoßen. Bei Wiederholung drohen Strikes oder die dauerhafte Sperrung des gesamten Streaming-Kanals.

    Am Ende schützt das Verbot von Bezahl-Mods nicht nur das kostenlose Ökosystem der Community, sondern bewahrt auch die Spieler vor dubiosen Grauzonen ohne jeglichen Käuferschutz.

    Kommentar: Warum GIANTS beim Modding auch seine Partner in die Pflicht nehmen muss

    Mit dem klaren "Machtwort" zu Bezahl-Mods hat GIANTS Software eine unmissverständliche Linie gezogen: Wer den Zugang zu Modifikationen hinter einer Paywall versteckt, verstößt gegen die Regeln. Eine richtige Entscheidung für ein offenes Ökosystem. Doch eine entscheidende Lücke bleibt in der Praxis bestehen – und diese klafft mitten auf Plattformen wie YouTube und Twitch.

    Die Hype-Maschinerie bestraft die Ehrlichen

    Viele reichweitenstarke Content Creator und offizielle GIANTS-Partner nutzen in ihren Streams oder Videos exklusive, oft regelwidrig monetarisierte Modifikationen, um Klicks zu generieren. Das größte Problem daran: Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle ehrlichen Modder.

    Während Paywall-Ersteller durch riesige Reichweiten bei Streamern unfreiwilliges Gratis-Marketing erhalten, gehen die Modder, die sich an die Vorgaben halten und der Community fantastische, kostenlose Mods zur Verfügung stellen, oft in der Masse unter. Wenn die Aufmerksamkeit der großen Creator primär auf umstrittenen Bezahl-Inhalten liegt, werden faktisch diejenigen bestraft, die fair spielen. So darf es nicht laufen.

    Das Hausrecht nutzen: Konsequenzen für Partner

    GIANTS sitzt als Entwickler am längeren Hebel. Die Teilnahme am offiziellen Partnerprogramm ist ein Privileg. Das Unternehmen sollte seinen Partnern das Promoten nicht-konformer Mods konsequent untersagen. Dafür sprechen drei starke Gründe:

    • Schutz der fairen Modder: Ehrliche Arbeit und kostenloser Top-Content bekommen so wieder die Bühne, die sie verdienen.
    • Glaubwürdigkeit wahren: Man kann kommerzielles Modding nicht offiziell verurteilen, während die eigenen Markenbotschafter genau diesen Inhalten eine Bühne bieten.
    • Austrocknen des Schwarzmarkts: Bricht der Marketingkanal über Twitch und YouTube weg, verliert das Bezahl-Modell schnell seinen Reiz.

    Fazit

    Ein Regelwerk ist am Ende nur so stark wie seine Durchsetzung. Oder?